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Sind Ihre Mitarbeitenden konzentriert?

Mittwoch, 04 Januar 2012
Eine Kundin hat mir letzthin von einem Mitarbeiter berichtet, der vor lauter Ablenkung durch zu viele Informationsquellen wichtige Kundentermine vergisst. Wohlverstanden handelt es sich um eine Privatbank - der Kunde könnte durchaus wichtig sein. Meine Kundin hat als Führungskraft dieses Mitarbeiters sehr wohl erkannt, dass das nicht nur sein Problem ist. Auch ihre Führung hat Einfluss auf den Mitarbeitenden und sein Problem und kann Lösungsansätze bieten.

 

Das Phänomen fehlender Konzentration ist für viele Firmen eine zunehmende Herausforderung:  Im Beitrag "Wir haben es hier mit einer Epidemie zu tun" im Tages-Anzeiger wird auf Dr. Edgar Halloway verwiesen, den US-Psychiater, den ich schon 2006 in meinem Beitrag "Selbstmanagement im Zeitalter elektronischer Ablenkungen" zitiert habe. Schon damals berichtete Dr. Halloway von Patienten, die im Urlaub ohne Betablocker plötzlich die normale Konzentration und Gelassenheit wieder finden. Konzentrationsmangel ist also kaum ein körperliches, sondern ein weitgehend psychologisches Phänomen!

 

Spannend am neuen Aufruf Dr. Halloways ist der Link zur Organisation. Die Unternehmenskultur ist ein sehr wichtiger Faktor. Wenn das stete Übewachen zweier Bildschirme, 24h-Empfangsbereitschaft auf dem Blackberry und Sitzungen ab 07 Uhr in einer Firma OK sind, sind oben beschriebene Probleme vorprogrammiert. Ja, Führungskräfte können einen Teil zur Kompetenz beitragen, mit den heutigen Tools umzugehen, doch sind wir mal ehrlich: Welcher Chef kann dauernd hinter seinen Leuten stehen und sie zu mehr Selbstbestimmung, Zeit für Strategisches und Erholung ermuntern? Da wird auch der sportlichste Chef müde und bewirkt nur das Gegenteil von dem, was er eigentlich möchte.

 

Welche Werte gibt Ihre Firma vor? Gehören vielleicht Respekt des Individuums oder die Entwicklung der Mitarbeitenden dazu? Und wie werden diese Werte im Alltag wirklich wirklich (dies ist kein Schreibfehler) gelebt? Hand aufs Herz: Wie gut ist Ihre Firma auf einer Skala von 1 (grottenschlecht) bis 10 (könnte nicht besser sein) unterwegs? Um auf dieser Skala eins höher zu kommen hat Dr. Halloway Tipps bereit, die ich in Klammern hier ergänzen möchte:

  • eine angstfreie Atmosphäre schaffen (dazu gehört nach meiner Meinung auch die Bereitschaft, Leistung zu entschädigen und nicht Status - sprich Leistungsprämien statt Bonus, oder finanzielle Anreize soweit möglich abzuschaffen)
  • elektronische Geräte ausschalten (klare Regeln für sinnvolle Antwortzeiten auf E-Mails und E-Mail Auszeiten)
  • Gesünder essen (schaffen Sie eine gesunde Pausen-Kultur, bringen Sie in ein Meeting frische Äpfel mit statt Gipfeli)
  • Möglichkeiten für Sport schaffen und nutzen lassen (organisieren Sie einen Laufclub, investieren Sie in Firmenduschen)

Es gibt also durchaus Massnahmen auf Firmenebene, die wirken können. Im direkt beeinflussbaren Bereich jeder Führungskraft wird die von Dr. Halloway beschriebene Epidemie der Unkonzentriertheit aber unweigerlich zum Führungsthema. Nur wenige Führungskräfte trauen sich, das Thema offen und ehrlich anzusprechen. Dies ist aus meiner Sicht als Begleiter von Teams und Führungskräften der wichtige erste Schritt hin zu einer weiter entwickelten Team- und Führungskultur, in die jeder investierte Franken oder Euro zurückkommt. Denken Sie nur an die Produktivität Ihrer letzten "Nachtschicht" im Office...


 

 


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