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Wie Feedback Ihre Führung stärkt

Montag, 13 August 2018

Geben Sie gerne Feedback?

Mit der richtigen Haltung dem Thema Feedback gegenüber und etwas Übung mit einfachen Feedback-Regeln ist auch korrigierendes Feedback immer ein Geschenk und eine der besten Möglichkeiten, positiv und stärkenfokussiert zu führen – „Gratis und Franko“.

Doch was genau ist Feedback, und wie kann es wertschätzend vermittelt werden, so dass beim Gegenüber statt Widerstand Verständnis entsteht?

Warum Feedback wichtig ist: Blinder Fleck

Feedback ist ein zentrales Führungsinstrument. Es hilft, die gemeinsame Basis des Zusammenarbeitens zu vergrössern. Wenn Mitarbeitenden nicht bewusst ist, wie sich ihr Verhalten auswirkt, ist eine Rückmeldung hilfreich. Dann sprechen wir in der Psychologie vom „blinden Flecken“ – von Dingen die andere sehen können, die uns jedoch das bis zum Moment des Feedbacks nicht bewusst waren.

Der Begriff „blinder Fleck“ hat mehrere Bedeutungen. Wir sprechen beim blinden Fleck von einem Punkt in unserem Gesichtsfeld, den wir nicht sehen können, weil Sehnerven an einer Stelle das Auge verlassen und dort keine Lichtrezeptoren sind. Testen Sie das doch selbst einmal beispielsweise hier.

So wie das Auge im blinden Fleck eigentlich Sichtbares in unserer Wahrnehmung eliminiert, sind auch wir Menschen gut geübt darin, mögliche Auswirkungen unseres Verhaltens auszublenden oder eben nicht wahrzunehmen. Dies ist dann das Feld der Wahrnehmungspsychologie. In dieser Sicht auf blinde Flecken sind Führungskräfte gefordert, einen wertschätzenden Weg des „Wie sag ich’s meinem Kinde?“ zu finden. Idealerweise nicht mit der Brechstange, weil damit Widerstand erzeugt wird. In der Realität gibt es auch viele positive blinde Flecken — unbewusste Stärken. Doch dazu mehr weiter unten.

Das weitum bekannte „Sandwich-Modell“: Schwer verdaubare Botschaften

Wenn Sie an negative blinde Flecken denken, ist das nur allzu menschlich. Wir sind es in der westlichen Welt gewohnt, eher Probleme zu fokussieren und anzusprechen als das Funktionierende. In meiner ersten Führungsausbildung habe ich als junger Manager gelernt, Feedback immer wie ein Sandwich zu verabreichen: Zuerst eine wohlwollende Einleitung, in der Analogie das knackige Brot, in der Praxis eine Floskel wie „Du bist nun bereits ein Jahr in meinem Team, du weisst du bist sehr wichtig und machst einen insgesamt tollen Job.“ Wenn Sie das so lesen hier, schreit der Satz dann nicht förmlich nach der sauren Gurke, nach einem „Aber, da ist etwas, lieber Mitarbeiter, das du nicht mehr tun solltest“? Zum Abschluss, so habe ich das einst gelernt, folgt wieder schmackhaftes, knackiges Brot. Ein nettes Wort an den Mitarbeitenden, im Sinne von „Nun gehe hin und bessere dich, ich weiss dass du das kannst und werde dich unterstützen dabei.“ So nach dem Sandwich-Modell gegebenes Feedback ist wertend, berechenbar, unpersönlich und darum kaum hilfreich. Sie haben dies sicher bereits selbst vielfach am eigenen Leibe gespürt.

So funktioniert wertschätzendes Feedback

Wie also funktioniert wertschätzendes Feedback? Zunächst steht am Anfang sinnvollerweise eine Beobachtung des Feedback-Gebers – je konkreter, desto besser. Oft ist es nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch eine Beobachtung der nonverbalen Kommunikation. Weil man sich selber nicht sehen kann, ist eine Rückmeldung zu einem „Tick“, oder zu einem abschätzigen Blick enorm wertvoll. Der Hinweis auf eine mir nicht bewusste Verhaltensweise ist so gesehen ein Geschenk, selbst wenn es ein Entwicklungsfeld beschreibt. Selbstverständlich braucht es zum Übermitteln einer solchen Beobachtung das entsprechende Setting. Open Space-Büros und Tischnachbarn beim Arbeitslunch sind hier nicht ideal, auch der Zeitpunkt will wohl überlegt sein.

Die grosse Kunst ist zweitens das Beschreiben der eigenen Befindlichkeit des Feedback-Gebers in Anbetracht des beobachteten Verhaltens. Welches Gefühl bewirkt dein Verhalten bei mir? Wie geht’s mir, wenn ich dich so sehe, wie du mit deinem Verhalten beispielsweise den Kunden irritierst? Dies beschreiben zu können erfordert Selbstempathie und Mut. Weil Gefühle bei einem selber immer wahr sind, kann das dem Feedback-Empfänger übermittelte Gefühl von diesem nicht in Abrede gestellt werden. „Nein, du fühlst dich nicht irritiert“ passt besser in eine schlechte Soap-Opéra als zu einem Gespräch im Berufsumfeld.

Sind Beobachtung und Wirkung beschrieben, drückt der Feedback-Geber sein Bedürfnis aus. Unerfüllte Bedürfnisse sind unsere grössten Motivatoren, ihretwegen stehen wir am Morgen auf. „Was mit wichtig ist, ist professioneller Umgang mit unseren Kunden…“. Damit erhält der Feedback-Empfänger Orientierungshilfe und Führung, Klarheit zu Leitplanken und damit die Möglichkeit, sich daran zu halten. Auch die Äusserung eines Wunsches ist an dieser Stelle des Feedback-Prozesses möglich und hilfreich, so konkret wie möglich.

Eine konstruktive Rückmeldung ist immer ein Geschenk

Wie mit dem Kegel einer Taschenlampe richtet man mit einem so gegebenen Feedback den Fokus auf den Blinden Fleck und erhellt Wahrnehmung und Fremdbild des Gegenübers. Damit wird Feedback ein Geschenk, selbst bei erwünschten Verhaltens-Korrekturen. Weil eine solche Rückmeldung auf von aussen beobachtbaren Fakten aufbaut, ist es auch nicht (ab)wertend.

Feedback zu erfreulichem Verhalten der Mitarbeitenden ist natürlich ebenfalls ein Geschenk. Wir haben ja mindestens gleich viele positive blinde Flecken, Fähigkeiten und gute Verhaltensweisen, derer wir uns nicht bewusst sind. Eine konkrete zurückgemeldete Beobachtung ist auch hier hilfreich. Richten Sie also symbolisch den Kegel Ihrer Taschenlampe auf den möglichen positiven Blinden Fleck des Empfängers. „Ich habe gehört, wie du heute am Telefon freundlich und zuvorkommend und gleichzeitig bestimmt mit dem Kunden gesprochen hast. Das hat mich sehr gefreut, mit so professioneller Unterstützung des Kunden können wir uns von der Konkurrenz abheben. Danke dir, weiter so!“ Eine solche Wertschätzungs-Dusche wirkt immer motivierend. Selbst wenn der Empfänger weiss, dass das so ist. Menschen motivieren sich letztlich immer selbst. Sie suchen Möglichkeiten, durch das Erleben des erfolgreichen Erledigens ihrer Tätigkeiten Befriedigung und intrinsische Motivation zu erfahren. Deshalb ist es für Führungskräfte enorm wichtig, das Umfeld der Mitarbeitenden mit Leitplanken so zu gestalten, dass diese ihren Selbstantrieb möglichst autonom einsetzen können. Hierbei ist regelmässiges und wertschätzendes Feedback die wohl wichtigste Orientierungshilfe.

Feedback ist also immer ein Geschenk. Je konkreter „mit der Taschenlampe“ beleuchtet und auf spezifische Verhaltensweisen aufgebaut, desto wirkungsvoller. Stärken Sie Ihre Führung durch starkes Feedback. Wem können Sie heute wozu Rückmeldung geben?

Möchten Sie Ihre eigene Kommunikations Kompetenz stärken oder die Feedback Kultur in Ihrem Team weiter entwickeln? Gerne zeigen wir Ihnen auf, wie dies in der Praxis gelingt.

Dieser Blogbeitrag wurde am 16. Juli für die Stärkenschmiede publiziert.

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