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Paradigmenwechsel sind keine Hexerei

Mittwoch, 27 August 2014

 

Wissen Sie, wie man Springflöhe dressiert? Ganz einfach, man setzt sie in ein Bierglas, den Bierdeckel oben drauf, und wartet bis sie springen und den Kopf anschlagen. Sie werden das so oft tun, bis sie merken, dass genau bis unter die Deckehlhöhe springen weniger weh tut. Und das Spring-Bedürfnis doch befriedigt. Also gewöhnen sie sich an die tiefere Sprunghöhe. Nehmen Sie den Deckel weg, und voilà. Kein Springfloh wird es wagen, den Kopf nochmals anzuschlagen, selbst wenn der Deckel weg ist.

Der vermeintliche Bierdeckel auf dem Glas ist in all unseren Köpfen real. Unzählige Annahmen prägen und bremsen unser Handeln. Wir Arbeitspsychologen nennen die Transformation von einem alten zu einem neuen Bierdeckel "Paradigmenwechsel". Es geht um Glaubenssätze, die man hinterfragen und neu formulieren muss. Ein Paradigmenwechsel in diesem Sinne hilft, alte limitierende Glaubenssätze durch neue kraftvolle zu ersetzen.

Kennen Sie Ihre eigenen Bierdeckel? Mit dieser simplen Übung tauchen Sie ein in die Welt Ihrer eigenen Glaubenssätze.

  1. Schreiben Sie auf ein leeres Blatt Papier: "ich würde gerne..."
  2. Listen Sie nun die Dinge auf, die Sie gerne mal tun würden. Beispiele: Mehr Nein sagen...zu Hause sein bevor die Kinder von der Schule zurück kommen...5 kg Gewicht verlieren...ein Projekt in der Firma anreissen...den Job wechseln...mehr Sport treiben...
  3. Sobald die wichtigsten Themen auf dem Papier stehen, schreiten Sie zum nächsten Punkt.
  4. Nun schreiben Sie auf Ihr Blatt: "...aber ich kann nicht, weil..."
  5. Überlegen Sie nun für jedes oben aufgefährte "Ding" kurz, warum Sie das noch nicht umgesetzt haben. Beispiele: Weil...meine anstehende Beförderung gefährdet werden könnte...ich zu oft mit Sitzungen blockiert bin...ich keine Zeit für Sport habe...die Kollegen nicht auch noch mehr Arbeit stemmen können ...
  6. Was Sie hier aufgeschrieben haben sind Glaubenssätze oder Ausreden, hinter denen Grundannahmen stehen, die nicht unbedingt so sein müssen. Willkommen in Ihrer Bierdeckel-Welt, der Welt von Glaubenssätzen. Was nun?

Das Wort "Glaubenssatz" pendelt zwischen Gedanken ("Glauben") und Worten ("Satz"). Die gewählten Worte bringen unsere Überzeugung zum Ausdruck, und sie beeinflussen unser Empfinden - unsere Gedanken bzw. was wir glauben. Mitchel Perry bezeichnet in seinem Buch "The road to optimism" das Zusammenspiel im Dreieck zwischen Worten, Gefühlen und Gedanken als "The Behavior Triangle",  das Verhaltensdreieck. Auf die bewusste Wortwahl haben wir Einfluss. Dadurch ausgelöste Gefühle und Gedanken folgen daraus. So gesehen ist der Satz das Rädchen, an dem wir drehen sollten, um die Maschine in Bewegung zu setzen. Um negative Glaubenssätze zu überwinden und das volle Potential zu nutzen, haben sich die folgenden Schritte bewährt:

  • Schritt 1: An die Oberfläche bringen. Siehe obige Liste als Beispiel. In Teams ist das noch anspruchsvoller. Der für mich bewährteste Ansatz für Teams arbeitet mit Best Year Yet® als unterstützendes, extern begleitetes Instrument. 

  • Schritt 2: Gewinnen Sie Abstand. Lassen Sie gefundene Sätze oder noch nicht scharf ausformulierte Hypothesen zu Glaubenssätzen im Raum stehen und kommen Sie mit etwas Abstand darauf zurück. So wie sich Sand in einem Glas langsam zu Boden senkt und klares Wasser entsteht, klärt bei diesem Thema Zeit vieles von selbst.

  • Schritt 3: Formulieren Sie ein neues, kraftvolles Paradigma. Das soll positiv und persönlich formuliert sein, in der Gegenwart, kraftvoll und klar sein - in der Kürze liegt die Würze. Ein solcher Glaubenssatz eröffnet spannende, motivierende Perspektiven.

  • Schritt 4: Feiern Sie! Egal, ob Champagnerekorken knallen oder sie sich einen Spaziergang gönnen, feiern Sie die eröffnende Sicht ohne Bierdeckel.
MindMove unterstützt Paradigmenwechsel auf verschiedenen Ebenen. Aktuell begleiten wir Teams und Coachingkunden mit der Hilfe von Best Year Yet®. Für Personalverantworltiche startet im Januar 2015 das firmenübergreifende Projekt "Human Capital Journey" für Innovation und Pardigmenwechsel im Bereich Personalentwicklung. ‹ Zur Liste